Guter Beginn läßt für die Zukunft hoffen

Erster Internationaler Wettbewerb für junge Pianisten Carl Maria von Weber sorgt für große Resonanz

Als Königlicher Kapellmeister war Carl Maria von Weber nicht nur ab 1817 für das Sächsische Hoftheater von Bedeutung, er wirkte weit über dessen Grenzen hinaus. Dazu zählt neben seinem Schaffen als Komponist ebenso der Beitrag zur Orchesterkultur (wie in der Entwicklung der Orchesteraufstellung). Seit der vergangenen Woche trägt in Dresden (wieder) ein Wettbewerb seinen Namen. Nach Sänger und Dirigenten in früheren Jahren, dürfen sich nun junge Pianisten in Webers Namen um Lorbeer bemühen.

Und das zu recht: Zwar fallen einem bei Weber zunächst seine Bühnenstoffe wie »Freischütz« oder »Euryanthe« ein, doch war sein Œuvre nicht auf Opern begrenzt, und neben Konzerten und Sinfonien schrieb er wichtige Klavierwerke, war als Pianist gefragt. Insofern scheint es naheliegend, daß das Sächsische Landesgymnasium für Musik, das Webers Namen ja ebenfalls trägt, ihn als Ahnherrn für einen Internationalen Nachwuchswettbewerb auswählte und damit nicht die Bedeutung des Komponisten für die Region betont, sondern auch die Bedeutung der Musikstadt Dresden gegenüber Musikschul- und -hochsschulorten wie Leipzig oder Weimar stärkt.

In vier Kategorien (bis 12, 12 bis 15, 15 bis 18 und 18 bis 21 Jahre) wird der Preis ausgeschrieben, und schon im ersten Jahr konnten für die Jury so bedeutende und »zugkräftige« Personen wie Ewa Kupiec, Martin Helmchen oder Antti Siirala verpflichtet werden. Vierundvierzig Teilnehmer aus zwölf Ländern (bis nach Australien) traten an – wahrlich international – Serbien war dabei mit fünf jungen Pianistinnen und Pianisten stärkstes Gastland. Nach den öffentlichen Wettbewerbsvorspielen am Donnerstag, Freitag und Sonnabend fand am Sonntagvormittag das Abschlußkonzert statt – am historisch bedeutsamen Ort des Carl-Maria-von-Weber-Museums in Dresden-Hosterwitz. Hier hatte der Komponist nicht nur seine Sommermonate verbracht, sondern auch wichtige Werke verfaßt, darunter die »Aufforderung zum Tanz«.

Fünfzehn aus dem Feld der Teilnehmer schafften es bis ins Abschlußkonzert und boten in der Sonntagsmatinée vielfältiges: neben bekannten Werken wie Georg Friedrich Händels Arie »Lascia ch’io pianga« in einer Klavierbearbeitung (Ivan Chernukhin, Kategorie I), einer Étude Frédéric Chopins (Marie Šumníková, IV) oder einem Satz aus einer Sonate Joseph Haydns (Katarina Bratić, I) beeindruckte Eric Edmundson mit Olivier Messiaens Nr. 8 aus »Preludes pour piano«. Impressionistisch irisierend beginnt das Werk, offenbart aber auch virtuose verschlungene Strukturen. Hassan Ignatov (III) ließ kurz darauf den Rausch von Aesops Fest (Charles Valentin Alkan »Le festin d’Esope«) erklingen.

Und: ja, es klappt eigentlich immer – Carl Maria von Webers »Aufforderung« läßt jedes Mal die Zuhörer in die Applausfalle tappen. Charmant und elegant forderte Julian Gast (Kategorie IV) seine »Tanzpartnerin« auf, vollführte mit ihr manche Pirouette auf den Tasten.

Die knapp zwei Stunden waren schnell verflogen. Daß man für dieses Konzert ins Weber-Häuschen kommen durfte, war für die begrenzte, aber dankbare Zuhörerschar ein besonderes Vergnügen. Und sicher nicht zum letzten Mal. Den nächsten Wettbewerb soll es – biennal – 2021 geben, doch schon in den nächsten Wochen können Sie die Preisträger noch zweimal erleben.

29. April 2019, Wolfram Quellmalz

Tip: Preisträgerkonzerte gibt es am 19. Mai im Coselpalais an der Frauenkirche (Beginn: 16:00 Uhr) sowie im Rahmen der Musikfestspiele am 7. Juni im Konzertsaal der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (19:00 Uhr).

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