Mit Licht und dem Herzen zugewandt

Kreuzchorvesper

Vespern mit dem Kreuzchor sind immer besondere, auch ohne ein »Motto« darüberzustellen. Immerhin gibt der Kirchenkalender ja eigentlich ein Thema vor, insofern braucht der 22. Sonntag nach Trinitatis kein besonderes »Etikett«.

Am gestrigen Sonnabend wandte sich der Kreuzchor mit seinem Kantor Roderich Kreile besonders der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts zu. Johann Walter hatte ebenso wie Hans Leo Haßler einige Zeit in Dresden gewirkt, Andreas Hammerschmidt hier Heinrich Schütz besucht.

»Allein auf Gottes Wort« (Walter) eröffnete die Vesper, die mit »Wir glauben all an einen Gott« des franko-flämischen Arnold von Bruck fortgesetzt wurde. Der Kreuzchor füllte die vermeintlich »alten« Werke mit berückender Vitalität aus – so wünscht man sich die Traditionspflege! Andreas Hammerschmidts Motette »Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz« eröffnete wiederum die große Kunstfertigkeit eines sechstimmigen Chores bzw. den kunstvollen, zu Herzen gehenden Gesang.

Christian Thiele (KMD i. R.) ließ an der Orgel den Sonnen-Hymnus Max Drischers erst Strahl für Strahl aufscheinen und schließlich mit dem Nachklang des Zimbelsterns noch ein wenig durch das gut gefüllte Kirchenschiff klingen.

Dem Herren, dem Herzen und dem Licht zugewandt, könnte man diese Vesper vielleicht thematisch treffend binden, was Fragen jedoch nicht ausschließt.

An Johannes Brahms‘ »Warum« schlossen sich so noch drei Lieder an, Klagelieder und Luther-Vertonungen, bevor Pfarrer Holger Milkau im Wort zum Sonntag unsere Ziele in Pilgerwegen und Ruheorten verdeutlichte.

Beeindruckend und noch einmal Lichtvoll war Anton Bruckners Os iusti, welches die Weisheit des Gerechten mit Licht betont, das Wort von der Höhe aus strahlen und den Chor schließlich verhalten verklingen ließ.

Als musikalischen Hoffnungsschimmer mag die Vesper dem einen Kraft geben, mancher kommt gleich heute wieder, noch einmal geht es um Licht: um 17:00 Uhr wird die Vokalgruppe VIP (ehemalige Kruzianer) in einem Benefizkonzert Geld für die Umrüstung der »Pusteblumen« (Leuchter in der Kreuzkirche) auf stromsparende LED-Technik singen.

28. Oktober 2018, Wolfram Quellmalz

Heute, Sonntag, 17:00 Uhr, Kreuzkirche Dresden: »Licht an«, (Vom Steigerlied bis zu Simon & Garfunkel), Vokalgruppe VIP, Philharmonisches Blasorchester »Orchester Lausitzer Braunkohle«, Leitung: Matthew Lynch

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s