Wechselgerüchte in der Villa Emo?

Illusion in der Malerei und handwerkliches Können in der Musik mit dem Jungen Musikpodium Dresden-Venice

Streifen 4Entspannte Atmosphäre vor und nach dem Konzert – links: Magdalena Greuner (eigentlich Flöte) und Christiane Hultsch (eigentlich Horn) tauschen einmal die Instrumente und sammeln neue Erfahrungen, Bilder rechts: Jeremias Preisler (eigentlich Violine) und Olaf Kaatz (eigentlich Busfahrer) tauschten sich auch aus (beide sahen aber von »ernsthaften« Versuchen auf dem »Instrument« des anderen ab, Photos: NMB

Kann man bei einem einzelnen Konzert von einem »Höhepunkt« sprechen, wenn doch die ganze Reise von Musikschülern dreier Nationen ins Veneto ein solcher ist? Auf jeden Fall gehört der Auftritt in der Villa Emo in Fanzolo di Vedelago in jedem Jahr zu den ganz besonderen Anlässen. Zwischen prächtigen Fresken und überreicher Illusionsmalerei erklangen Werke von Antonio Vivaldi, Baldassare Galuppi und Johann Adolf Hasse.

Doch auch vor dem fünften Konzert gab es eine Probe. Maestro Massimo Raccanelli läßt das Orchester dabei gerne einmal »laufen«, sprich: er setzt sich davor und läßt die jungen Musiker um Konzertmeister Alessandro Cappelletto ohne seine Leitung spielen. So erkennt man nicht nur, wie gut das Orchester die Stücke beherrscht, sondern auch, wie gut es harmoniert. Im Konzert leitete Raccanelli jedoch – meist. Denn Antonio Caldaras Ciaccona in si bemolle maggiore per orchestra spielte das Orchester tatsächlich ohne Dirigenten – was fabelhaft gelang.

Streifen 5Gespannte Freude vor und nach dem Konzert: jährlich entsteht auf der Rampe vor dem Portikus ein Gruppenbild des Podiums, nach dem Abendkonzert und dem Menü klang der Abend festlich aus, Photos: NMB

Diesmal standen unter anderem zwei Cellokonzerte im Programm, die ursprünglich allerdings gar keine sind: sowohl Antonio Vivaldis Concerto in Re Opus 3 Nr. 9 wie auch Johann Sebastian Bachs Konzert BWV 1042 sind eigentlich für Violine geschrieben (Bachs Konzert kennen wir ebenso für Cembalo / Klavier). Mario Brunello wagte mit den beiden Stücken einen Ausflug in andere Stimmungslagen. Für Begeisterung sorgte erneut Giulia Bolcato mit Baldassare Galuppis phantastischer Arie »Tu di me da me dividi« (aus »L’Olimpiade«) – da capo!!!

Nach dem Konzert ist bekanntlich vor dem Konzert, und so gab es gleich nach dem anschließenden Menü wieder Musik. Launig spielten die Schüler charmante Serenadenstücke und begaben sich ihrerseits auf musikalische Ausflüge zu Jazz, Klezmer oder Charleston. Und noch einmal betörte die Sopranistin das Publikum, diesmal mit Tarquinio Merulas »Folle è ben«, zauberhaft vorgetragen mit Begleitung von Ivano Zanenghi (Laute) und Petar Pejcic (Violoncello).

Streifen 6Eine Villa, durchflutet von Musik: Probe, Nachtkonzert, Abendkonzert, Photos: NMB

Spät abends ging es zurück, doch heute steht dem Podium noch ein ereignisreicher Tag bevor – nachzulesen morgen auf dieser Seite.

23. September 2018, Wolfram Quellmalz

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