Duoabend mit Lehrbeauftragten der Dresdner Musikhochschule

Annette Unger und Robert Umansky spielen Werke für Violine und Klavier

Nicht immer handelt es sich um eine Violinsonate, wenn ein Geiger und ein Pianist die Bühne betreten. Manchmal sind es »Romantische Stücke«, wie jene von Antonin Dvořák, oder aber – wie im Falle Mozart – war die Werkgattung noch als Sonate für Klavier und Violine umgekehrt benannt, als wir es kennen.

Das Programm faßte das Repertoire auf jeden Fall weit – kein Wunder: Annette Unger ist Professorin für Violine und bildet den Nachwuchs in der gesamten »Bandbreite« zwischen Bach und Moderne aus, Robert Umansky ist es als Korrepetitor gewohnt, höchst unterschiedliche Stücke vor sich zu haben. So begannen beide den Abend mit dem jüngsten Stück, Efrem Zimbalists »Suite im alten Stil«, 1911 geschrieben und dem Lehrer Leopold Auer gewidmet. Üppig, romantisch reich, fast theatralisch ließen Annette Unger und Robert Umansky den ersten Satz wahrhaft Molto maestoso verströmen, lieblich wiegend folgte die Sicilienne. Der Violine gebührte klar die erste Stimme, dennoch war es ein Duo, das da so blühende, bewegte Musik erklingen und dem Allegro feine Schattierungen angedeihen ließ.

In Charakter und Anlage sind Mozarts Sonaten da gänzlich verschieden, so wie die B-Dur-Sonate aus dem Reigen der in Wien verfaßten Stücke. Seidig weich, mit feinen, getupften Farben umspielten sich die Stimmen. Nicht im großen Auftrumpfen, sondern im Grazilen, im Liebreiz liegt ihre Besonderheit, in der Vielfalt. Gewinnend war nicht zuletzt, daß die beiden Musiker auf effektbeladene Schlußakkorde und Überbetonungen, die sonst gerne mit einem Augenzwinkern gespielt, obwohl es Mozart so nicht geschrieben hat, verzichteten.

Gefühlsbetonte Interpretationen sind wiederum bei Dvořáks Romantischen Stücken stimmig, die ein wenig den »Volkston« vermittelten, und ebenso in dem am Schluß des Programmes erklingenden »Aus der Heimat« von Bedrich Smetana. Episodenhaft »erzählten« diese Stücke, brachten immer wieder neue Empfindungen hervor und zeugten von reicher Gesanglichkeit. Ein kleiner Gefühlssturm entlud sich da, und hier war ein Ende mit Verve angebracht.

Leichtfüßig war dazwischen Felix Mendelssohns F-Dur-Sonate erklungen, schien im Allegro vivace den Frühling beschwören zu wollen, während mit dem abschließenden Satz (mit gleicher Bezeichnung) lebhafte Elfen durchs Palais huschten, federnd leicht und kaum aufzuhalten.

So viel Gewandtheit hatte erfreulich viele Zuhörer gefunden, denen das Duo als Zugabe noch Fritz Kreislers Menuett schenkte.

11. März 2018, Wolfram Quellmalz

Nächstes Konzert der Classix im Coselpalais: Liederabend mit Miriam Alexander (Sopran) und Andreas Reuter (Klavier), 14. April 2018, 19:30 Uhr, Dresdner Pianosalon Kirsten

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