Stipendiaten und Kandidaten

Konzert in der Villa Rothermund

Am Sonnabendnachmittag lud der Richard-Wagner-Verband Dresden ins Sächsische Landesgymnasium für Musik. Anlaß war ein Konzert mit einem Stipendiaten letzten Jahres, Lukas Grunert (Schlagzeug), und der Kandidaten für ein Stipendium 2018, Anna Skladannaya (Violoncello). Der Verband unterstützt alljährlich Musiker und finanziert ihnen einen Aufenthalt in Bayreuth, wo sie nicht nur die Festspiele besuchen, sondern auch in einem internationalen Stipendiatenorchester mitspielen.

Anna Skladannaya studiert an der hiesigen Musikhochschule und ist bereits in Konzerten dort sowie an Orten wie dem Coselpalais oder dem Carl-Maria-von-Weber-Museum Dresden-Hosterwitz aufgetreten. Dabei spielte sie auch Werke abseits des Standardrepertoires – im Webermuseum zum Beispiel Suiten von Max Reger (Nr. 2 d-Moll) und Gaspare Cassado (beide für Cello solo) sowie mit Pianistin Dariya Hrynkiv die Serenata Opus 34 von Ferruccio Busoni.

Am Sonnabend lagen die Noten Johannes Brahms‘ zweiter Cellosonate (F-Dur, Opus 99) auf ihrem Pult. Begleitet wurde die Cellistin von Peter Naryshkin, ebenfalls ein Student der Musikhochschule. Die kammermusikalische Partnerschaft war kurzfristig entstanden, zeugte aber bereits vom gemeinsamen Werkverständnis. Und das bedeutet vor allem: Hingabe. Keineswegs hat sich Brahms mit einem Melodie- und einem Begleitinstrument begnügt, vielmehr umschlingen sich die beiden Stimmen in Zweisamkeit, reiben sich aneinander, sind leidenschaftlich. Peter Naryshkin ließ den Fluß des Klavierparts immer wieder belebend aufsprudeln, wozu das Cello hingebungsvoll sang. Diese Singstimme sagt man dem Instrument zwar grundsätzlich nach, indes – man muß sie auch erwecken können. Anna Skladannaya konnte dies, und so waren selbst die ruhigen Passagen des Adagios von Spannung geprägt, welches die Cellistin mit beherzten Pizzicati betonte. Immer wieder traten die liedhaften Züge der Sonate hervor, liebliche, die vom Einklang zeugten.

Wie anders ist da die Welt des Marimbaphons oder des Vibraphons. Um die Umstellung zu kaschieren (oder zu betonen) begann Lukas Grunert seinen Vortrag mit einem Cellowerk: dem Prélude aus der ersten Cellosuite Johann Sebastian Bachs. Dies zeigte, daß auch das Marimbaphon gesangliche Qualität hat, der Ton nachschwingen kann, doch überwiegen die perkussiven Effekte dennoch meist. Mit drei weiteren Stücken von Toru Takemitsu (Tanaka, 1. Satz), Wolfgang Schlüter und Oliver Madas (»Search«) offenbarte der Schlagzeuger die Klangpalette seiner Instrumente, die sachte, wie Silberglöckchen klingen können, aber gerade zur Erzeugung rhythmisch-jazziger »Vibes« geeignet sind.

Ergänzend las der Autor Jürgen Ritschel – eines der Vereinsmitglieder – zwischen den Stücken drei kurze Essays zu vergangenen Ausstellungen des Kunstvereines Pirna und den Malern, Bildhauern bzw. Graphikern Ralf Zickermann, Grafikern Hernando Leon und Werner Juza, denen diese Ausstellungen gegolten haben.

25. Februar 2018, Wolfram Quellmalz

Nächste Veranstaltung des Richard-Wagner-Verbandes Dresden: 10. März, Festsaal der Richard-Wagner-Stätten Graupa (Jagdschloß), Musik und Gespräch, neben weiteren Stipendiaten wird Kammersänger Georg Zeppenfeld im Gespräch zu erleben sein.

http://www.richard-wagner-verband-dresden.de

https://www.hfmdd.de/veranstaltungen/

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