Neujahrskonzert des Hochschulsinfonieorchesters

Dresdner Kapellsolisten in der Hochschule dabei

Traditionell eröffnet die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden das neue Jahr mit einem Orchesterkonzert. Wieder einmal ergänzten sich Orchestermusiker der Studenten mit den Mentoren der Dresdner Kapellsolisten unter der Leitung von KV Helmut Branny – »nebenbei« noch Professor für Kontrabaß.

Auf dem Programm standen Werke der Wiener Klassik mit manchen Überraschungen. Denn gleich das eingangs gespielte Konzert für Kontrabaß und Orchester D-Dur von Johann Baptist Vanhal war ein ungewohntes Stück. Vanhal ist Freunden der Klassik durchaus bekannt, ein Kontrabaßkonzert erlebt man dagegen selten. Ión López Leal (Klasse Reimond Püschel) vollführte virtuose Sprünge auf den Saiten seines Instruments und bewies, wieviel Witz und Charme man darauf entfalten kann. Nein, der Kontrabaß ist vielleicht ein Exot unter den Solisten, aber keineswegs ein Kuriosum (und eigentlich ist es bedauerlich, die Familie der Bässe und Violonen so selten präsent zu erleben).

Deutlich bekannter als das erste Stück ist Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia concertante KV 364 (320 d) für Violine, Viola und Orchester. Am frühen Sonntagabend verschmolzen Laura Delgado Casado (Klasse Natalia Prischepenko) und Björn Sperling (Pauline Sachse) in instrumentaler Geschwisterlichkeit. Laura Delgado Casado überzeugte mit Präzision und Ausstrahlung, Björn Sperling mit kantabler Geschmeidigkeit – soviel Können läßt uns erfreut in die Zukunft blicken.

So richtig festlich und Wienerisch wurde es nach der Pause, obwohl Joseph Haydn seine Sinfonie Nr. 100 teilweise in London geschrieben hat. Die »Militärsinfonie« G-Dur wartet mit manchen Effekten und Überraschungen auf, Holzbläsern, die das Thema eröffnen (statt der Streicher), Blechbläsern und Pauken, die für militärischen Glanz sorgen – wie gemacht für ein Orchester, das sich die Solisten schon in den Namen geschrieben hat, um damit zu brillieren. So frisch wie in dieser Interpretation und nicht nur als einleitendes Horsd’œuvre wünschte man sich Haydn öfter – Chapeau!

Die Haydn’sche Begeisterung verlangte nach mehr, der Neujahrsanlaß tat ein übriges. Nachdem die drei Solisten (leider) keine Zugabe gespielt hatten, holte das Orchester es nun nach: mit dem Pizzicato aus Leo Delibes Ballett »Sylvia«.

15. Januar 2018, Wolfram Quellmalz

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