Salzburger Nockerln

Festliches und leises mit Emma Kirkby in der Frauenkirche

Mit »Salve Regina« war das Programm von Bell’Arte Salzburg überschrieben, das sich vornehmlich um Werke der Marienverehrung drehte. Kein dezidiertes Weihnachtsprogramm also, aber doch ein passendes, »spielt« Maria doch in der Weihnachtsgeschichte keine unwesentliche Rolle.

Schlichtheit und ein großes Maß an Ruhe wohnte den Stücken inne, der wohltuend schon durch die Nähe zu den Künstlern unterstrichen wurde, denn Bell’Arte Salzburg, mit nur zwei Violinistinnen (Annegret Siedel und Micaela Storch) und einer dreiköpfigen Basso-continuo-Gruppe (Arno Jochem / Violone, Michael Freimuth / Theorbe, Margit Schultheiß / Orgel), hatten sich direkt vor dem Publikum in der Mitte des Kirchenschiffes aufgestellt, Sopranistin Dame Emma Kirkby stand mitten unter ihnen. Solch intimen Charakter bzw. unmittelbare Nähe kann man sich nicht zuletzt bei den festlichen Hirtenmusiken vorstellen, die einstmals zu den Feiertagen vor den Marienaltären stattfanden. Diese Nähe paßt natürlich zur Marienverehrung besonders – eine erhabene Festlichkeit wirkte da fremd.

Dame Emma Kirkby ist in Dresden bekannt und kann wohl auf eine eingeschworene Fangemeinde zählen. Diese fand sich auch am Mittwochabend in der Dresdner Frauenkirche ein, vielleicht waren es auch einfach Musikfreunde oder Touristen, die nach dem Weihnachtsmarkt ausspannen wollten – sie alle haben die Musiker offenbar erreicht. So gab es zwischen den Stücken, die bei aller Festlichkeit etwas Besinnliches hatten, keinen Applaus, dafür am Ende aber um so mehr.

So erklangen Antiphone und geistliche Lieder von hierzulande bekannten Komponisten wie Johann Rosenmüller, aber schon der zweite Titel »Ave Maria stella« von Pàl Esterházy war eine Bereicherung des gewohnten Repertoires. Natürlich durften Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz (»Magnificat«) nicht fehlen, doch wurden diese noch um Werke Alessandro Grandis ergänzt.

Bell’Arte Salzburg konnte zwischen den gesungenen Stücken mit Sonaten, Passacaglien und anderen weihnachtlichen Konzertstücken erfreuen, darunter Johann Heinrich Schmelzers Sonata Pastorella, die nicht nur hier verwurzelt ist, sondern zu der es auch einen Text (»Venite ocius, transeamus usque in Bethlehem«) gibt.

7. Dezember 2017, Wolfram Quellmalz

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