Dresdner Orgelzyklus

Abschlußkonzert mit dem Ensemble VokalChoral

Der Dresdner Orgelzyklus erfreut zwischen Februar und November an jedem Mittwochabend die Musikfreunde mit Konzerten in der Kreuzkirche, der Hofkirche (Kathedrale) und der Frauenkirche. Neu in diesem Jahr war, daß die Konzertorgel des Kulturpalastes seit September ins Programm kam. Dies soll auch künftig der Fall sein: zwar nicht alle vier Wochen, sondern in größeren Abständen, aber regelmäßig erklingt dann das neue Eule-Instrument. Das erste Mal im neuen Jahr mit Domorganist Johannes Trümpler am 28. März. Dann stehen Werke von Sigfrid Karg-Elert, Chanoine Auguste Fauchard, Johann Sebastian Bach und Marcel Dupré auf dem Programm. Am 9. Mai wird Residenzorganist Olivier Latry »Musikalische Testamente« von Bach, Mozart, Brahms und Franck zu Gehör bringen. Der Orgelzyklus 2018 startet am 7. Februar mit Daniel Clark in der Frauenkirche, bevor Holger Gehring eine Woche später in der Kreuzkirche Jubilare des neuen Jahres vorstellt.

Doch zunächst hieß es, den alten Zyklus zu beschließen. Wie immer am Mittwoch vor dem ersten Advent in der Kreuzkirche (hier wird es im kommenden Jahr eine Änderung geben, wenn die Reihe eine Woche später und in der Hofkirche abgeschlossen wird) gab es ein Programm mit Orgel »und«. Wie schon oft war das Barockensemble der Kreuzkirche dabei, welches auf historischen Instrumenten spielte. An der kleinen Truhenorgel (Wegscheider) saß für das Continuo-Spiel Pascal Kaufmann, am großen Jehmlich-Instrument hatte Kreuzorganist Holger Gehring platzgenommen. Für ein weiteres »und« sorgte der Chor VokalChoral unter der Leitung Marcus Stevens, der an zwei Stellen auch die Zuhörer zum Mitsingen eingeladen hatte.

Auf dem Programm standen Werke aus dem Dritten Teil der Klavierübung von Johann Sebastian Bach. Mit dem Praeludium Es-Dur (BWV 552, 1) und der dazugehörigen Fuge (BWV 552, 2) begann und endete das Konzert, dazwischen eingeschlossen erklangen Choräle, die in Bachs »Übung« als (große) Bearbeitungen enthalten sind, wobei diesen jeweils andere Bearbeitungen und Choralsätze gegenübergestellt wurden. Neben Bach selbst waren zahlreiche andere Alte Meister vertreten, von Hans Leo Hassler und Johann Walter bis Matthäus Le Maistre oder Johann Crüger. Die große Jehmlichorgel überdeckte hier allerdings die Continuo-Streicher, die meisten der Choräle wurden aber mit dem kleineren Instrument gespielt.

Einzelne Choralsätze erklangen a capella, an die sich meist eine Fassung mit kleiner Begleitung anschloß. Besonders schön gelangen die Choralbearbeitungen »Dies sind die heiligen zehen Gebot« von Johann Walter und Johann Crüger. Holger Gehring führte die Klangfarben des prächtigen Hausinstrumentes vor. Interessant in der Gegenüberstellung war, wie unterschiedlich Fassungen eines Textes durch die jeweiligen Bearbeiter (in ihrer Zeit) interpretiert oder ausgeschmückt wurden. Von besonders erhabener Schönheit war zum Beispiel das Choralvorspiel »Vater unser im Himmelreich« (BWV 682).

30. November 2017, Wolfram Quellmalz

Weitere Informationen und Termine finden Sie hier: http://www.dresdner-orgelzyklus.de

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