Saisonabschluß der Meisterwerke – Meisterinterpreten

Mathias Schmutzler (Trompete) und Holger Gehring (Orgel) in der Weinbergkirche Pillnitz

Wann ist es des Guten zu viel? Das Wochenende hat zumindest gezeigt, daß man zwar von gutem Wetter zu viel haben kann, von guter Musik jedoch nicht. So hatten sich wieder zahlreiche Gäste auf den Weg gemacht, dem einen (dem Wetter) getrotzt um das andere (die Musik) nicht zu verpassen. Es gehört schon zur Tradition der Veranstaltungsreihe: Am ersten Juliwochenende schließt die Saison mit einem Sonderkonzert in der Weinbergkirche ab, es war bereits das zehnte Mal. Meist ist es eines der heißesten Wochenenden des Jahres, doch sorgt der veranstaltende Verein auch stets für lebenspendendes Wasser.

Die Kombination Orgel und Trompete bzw. das Corno da caccia bietet ein weites Interpretationsfeld, läßt sich für fröhliche, feierliche und getragene Stücke einsetzen, Originale und Bearbeitungen. Mathias Schmutzler und Holger Gehring hatten derlei in ihrem musikalischen Handgepäck incl. eines Ausfluges zu Duke Ellingtons »Sacred Concert Nr. 2«, das Mathias Schmutzler stilecht gedämpft »in the hat« (in den Hut) spielte.

Ein wenig Jubel wohnte allen Werken inne, ob es Bearbeitungen (zwei Arien aus Bachs Kantate »Geist und Seele sind verwirret), Henry Purcells »The Queens Dolour« waren. Für romantisches Kolorit sorgte ein Intermezzo Gabriel Rheinbergers, während das »Ave Maria« des 1960 geborenen Aleksander Poteenko an Komponisten unserer Tage wie Eric Whitacre erinnerte. Besonders jubilierend war natürlich Wolfgang Amadeus Mozarts Alleluja aus dem »Exultate Jubilate«.

Zwischendurch galt es Luft zu holen, dann ließ Holger Gehring die 1891 gebaute Jehmlich-Orgel allein erklingen, mit einem Bach-Präludium oder Gustav Adolf Merkels Adagio D-Dur op. 117 Nr. 1. Auch für besinnliche Momente war gesorgt, mit Leichtigkeit – man geht eben auseinander, aber zur Sommerfrische, nicht weil man Abschied nehmen muß.

Besonders schön und deshalb als Anfang und Ende passend gewählt für diesen Ort, waren Heinrich Ignaz Franz Bibers (von Bibern) Sonate Nr. 4 sowie Pavel Joseph Vejvanovskys Sonate g-Moll (die vor dem Verfall gerettete Kirche wurde nur etwa eine Generation nach diesen Komponisten errichtet).

Auch im kommenden Jahr wird das Programm der Meisterwerke – Meisterinterpreten hier abschließen, weitere Informationen unter:

http://www.meisterwerke-meisterinterpreten.de/index.php

6. Juli 2015, Wolfram Quellmalz

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